29.10.2018

Den Worten Taten folgen lassen: Digitalstrategie zum Erfolg führen

Resolution der Landesdelegiertenversammlung des VLW

Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt müssen die Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen in die Lage versetzt werden, ihren Schülerinnen und Schülern die Kompetenzen zur Teilhabe an der digitalen Welt zu vermitteln. Das Ministerium für Bildung sowie die im Landtag vertretenen Parteien fordern wir auf:

  • eine Initiative zu starten, um an berufsbildenden Schulen dringend benötigte Lehrkräfte mit der Fakultas „Informatik“ zu gewinnen,
  • den Informatikunterricht in den Stundentafeln der kaufmännischen Bildungsgänge als eigenständiges Unterrichtsfach abzubilden,
  • dafür Sorge zu tragen, dass die Fortbildungsträger des Landes Rheinland-Pfalz für die Lehrerfort- und Weiterbildung mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden, um Lehrkräfte so fortbilden zu können, dass sie ihren Schülerinnen und Schülern die Kompetenzen zur „Bildung in einer digitalen Welt“ vermitteln können,
  • die Schulträger bei der Ausstattung der berufsbildenden Schulen mit benötigten digitalen Lehr- und Lernmitteln auch über den notwendigen Landesanteil hinaus zu unterstützen,
  • die Mittel für die Anwendungsbetreuung im Computerbereich zu erhöhen.
  • Im Rahmen der „Strategie des Landes Rheinland-Pfalz für das digitale Leben“ hat Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig folgende Zielvorstellungen formuliert:
  • „Das Lehren und Lernen mit und über digitale Medien und Werkzeuge machen wir zum Standard an jeder Bildungseinrichtung in unserem Land. Die Stärkung der Medienkompetenz und Medienbildung der Lernenden gehört für uns zu den zentralen Bildungsaufträgen des 21. Jahrhunderts“ (a. a. O., S. 16).
  • „Wir wollen Rheinland-Pfalz zu einem starken MINT-Land machen. Von der Kita bis zum Übergang in Studium und Beruf werden wir Kinder und Jugendliche für die MINT-Fächer begeistern“ (a. a. O., S. 20).

Diese Zielsetzungen sind insbesondere für den Bereich der Berufsbildenden Schule von besonderer Relevanz, da diese mit ihren Vollzeit- und Teilzeitbildungsgängen die Nahtstelle zur Wirtschaft darstellen, die sich in einem fortschreitenden Digitalisierungsprozess befindet. Vor diesem Hintergrund sind insbesondere Berufsbildende Schulen mit den erforderlichen digitalen Lehr- und Lernmitteln sowie qualifizierten Lehrkräften auszustatten, um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Schülerinnen und Schüler in einer sich digitalisierenden Arbeits- und Lebenswelt bestehen können. In der „Strategie des Landes Rheinland-Pfalz für das digitale Leben“ wird expilzit darauf hingewiesen, dass digitale Bildung und der Erwerb digitaler Kompetenzen zunehmend über Berufs- und Lebenschancen entscheiden und Voraussetzung sind für eine selbstbestimmte und souveräne Teilhabe an einer digitalisierten Lebenswelt.

Das Land Rheinland-Pfalz plant im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie bis zum Jahr 2023 –  neben der Ausbildung neuer Lehrkräfte an Universitäten und Studienseminaren – die Fortbildung der über 40.000 im Dienst befindlichen Lehrkräfte. Damit dieses ambitionierte Ziel realisiert werden kann, müssen die Fortbildungsträger des Landes Rheinland-Pfalz finanziell erheblich besser ausgestattet werden als dies derzeit der Fall ist.

Die Schulträger sind verantwortlich für die Ausstattung der Schulen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Um die angestrebten Ziele im Rahmen der Digitalisierungsstrategie zu erreichen, reicht es – besonders vor dem Hintergrund „klammer Kassen“ in vielen Kommunen – nicht aus, wenn das Land lediglich seinen Pflichtanteil erfüllt. Auch hier ist ein stärkeres finanzielles Engagement gefordert!