11.12.2014

Ein klares Nein zu Zugangsbeschränkungen für höhere Berufsfachschulen! – Keine Sparaktion zu Lasten schon benachteiligter Jugendlicher!

Der vlw erteilt den geplanten Zugangsbeschränkungen für die höhere Berufsfachschule (HBF) eine klare Absage. Die HBF erfüllt seit Jahrzehnten eine bedeutende gesellschaftliche Funktion, die nun in Gefahr gerät. Insbesondere  schwächere Schülerinnen und Schüler werden durch die verschärften Zugangsbedingungen benachteiligt, aber auch diejenigen mit Migrationshintergrund, die noch nicht so lange in Deutschland leben und sprachliche Defizite haben. 


In dem aktuell zur Anhörung vorgelegten Entwurf zur Änderung der LVO für die HBF soll je nach Fachrichtung im Abschlusszeugnis der 10. Klasse die Mindestnote „befriedigend“  in einem der Fächer Deutsch, Englisch oder Mathematik gefordert werden. Ziel der Maßnahme sei es, die betroffenen Schülerinnen und Schüler frühzeitig zu einer Ausbildung im dualen System zu bewegen. Das kann aus Sicht des vlw jedoch nicht funktionieren, da es sich um die tendenziell schwächeren Bewerberinnen und Bewerber handelt, die in den Betrieben gar nicht gefragt sind. Genau hier setzt die Idee der HBF an, jungen Menschen die Chance zu bieten, auf schulischem Wege berufliche Qualifikationen zu erlangen und sie gleichzeitig in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern und zu begleiten. Diese Aufgabe erfüllt die HBF seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Viele Jugendliche werden durch den Besuch der HBF erst „ausbildungsreif“.  Aktuell befinden sich knapp 10.000 Schülerinnen und Schüler an den höheren Berufsfachschulen des Landes.

Laut Arbeitsagentur konnten im laufenden Jahr in Rheinland-Pfalz ca. 800 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Als Grund hierfür wurde im Wesentlichen die fehlende Passung genannt. Denn es gibt gleichzeitig ca. 800 Bewerberinnen und Bewerber, die keinen Ausbildungsplatz finden konnten. Durch die geplanten Zugangsbeschränkungen für die HBF würde zusätzlich eine große Zahl an Jugendlichen auf den Ausbildungsmarkt drängen, für die es aufgrund ihrer schwachen Abschlussnoten keine passenden Stellen gibt. Bei Umsetzung des vorgelegten Entwurfs rechnet der vlw mit landesweit bis zu 1000 betroffenen Jugendlichen, die keinen weiterführenden Schulplatz bekommen. Ein Großteil davon wird letztendlich ohne Ausbildungsplatz dastehen. Die Betroffenen müssen dann entweder eine teure Maßnahme der Arbeitsagentur besuchen oder sich mit schlecht bezahlten Hilfsarbeiten am Arbeitsmarkt durchschlagen. Vielen droht gar der Beginn einer langwierigen Arbeitslosenkarriere.