11.11.2019

Temporärer Unterrichtsausfall im Bereich der BBS am höchsten

In einer breit angelegten Studie hat der Regionalelternbeirat (REB) Koblenz auf Grundlage der PES-Statistik für das Schuljahr 2017/18 den temporären Unterrichtsausfall für alle Schularten in ganz Rheinland-Pfalz ermittelt.

Im Bereich der BBS wurden dabei 314.686 vorgesehene Unterrichtsstunden nicht planmäßig erteilt (= Vertretungsbedarf), das entspricht einem Anteil von 8,43 % der in den Stundenplänen vorgesehenen Unterrichtsstunden. In dieser Statistik liegt die BBS noch im Mittelfeld aller Schularten. Dies ändert sich jedoch, wenn man gegenrechnet, inwieweit es gelingt, den Vertretungsbedarf zu regulieren. Dazu stehen vier Möglichkeiten zur Verfügung: Stillarbeit, Umorganisation (z. B. „Mitführen von Klassen“), PES-Lehrkräfte und Mehrarbeit, die aufgrund der Regelungen der neuen VV „Mehrarbeit im Schuldienst“ meistens nicht vergütet wird. Im Bereich der BBS kann dadurch lediglich etwas mehr als die Hälfte des Vertretungsbedarfs abgedeckt werden, sodass unterm Strich 3,69 % der vorgesehenen Unterrichtsstunden ausfallen. Das ist der mit Abstand höchste Wert aller Schularten!

Hinzu kommt noch, dass keine der möglichen Regulierungsarten wirklich überzeugen kann. Hinter Stillarbeit (auch „selbstständiges Lernen“ genannt) verbergen sich in aller Regel aufgeblähte Hausaufgaben, die nicht mit qualifiziertem Unterricht gleichgesetzt werden können. Das „Mitführen von Klassen“ führt entweder zu übergroßen Lerngruppen oder zu aufsichtsrechtlichen Problemen und stellt auf jeden Fall eine erhebliche Mehrbelastung für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen dar. Selbiges gilt selbstredend für Mehrarbeit. Einzig im Bereich der PES-Lehrkräfte gelingt es – je nach Standort – in Einzelfällen, geeignete Vertretungskräfte zu finden. Meistens handelt es sich hierbei jedoch um Personen, die für den Lehrberuf (noch) nicht ausreichend qualifiziert sind.

Die Studie unterstreicht die schon seit Langem erhobene Forderung des VLW, auch an BBSn die Personalversorgung deutlich zu erhöhen.