22.03.2019

VLW fordert erhebliche Ausweitung des Etats für Fortbildung der Lehrkräfte an den Berufsbildenden Schulen

An den Berufsbildenden Schulen des Landes werden Schülerinnen und Schüler in den Vollzeitschulen und in der Berufsschule für den Arbeitsmarkt ausgebildet. Die Berufsbildenden Schulen und ihre Lehrkräfte müssen sich deshalb auch dem ständigen Wandel der Anforderungen des Arbeitsmarktes stellen („Industrie 4.0“, „Digitalisierung“ usw.). Wichtig ist daher eine ständige und intensive Fortbildung der Lehrkräfte, nicht nur etwa in den MINT-Fächern. Die Schülerinnen und Schüler, insbesondere in der Berufsschule, erleben an drei Tagen in der Woche in ihren Betrieben ständig sich wandelnde Arbeitsbedingungen, auf die sie in der Berufsschule eigentlich vorbereitet werden müssten.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, sollte für jede Lehrkraft eine ständige Fortbildung verpflichtend sein – und, Überraschung, das ist sie auch: Die Landesregierung hat dies vor drei Jahren gesetzlich verankert. Die Schulleitungen können seitdem ihre Lehrkräfte zur Teilnahme an Fortbildungen verpflichten. Täten sie dies, würde das System sofort zusammenbrechen, da die Ressourcen hierfür nicht ansatzweise ausreichen.

Der VLW fordert deshalb, dass das Fortbildungsangebot für die Lehrkräfte an den Berufsbildenden Schulen ausgebaut wird. Das BBS-Team beim Pädagogischen Landesinstitut in Speyer – für die Fortbildungen im Lande zuständig – leistet hervorragende Arbeit, benötigt aber dringend zusätzliche Mittel, um dem gewachsenen Fortbildungsbedarf gerecht zu werden.

Weitere Beispiele für den erheblichen Fortbildungsbedarf sind:

  • Von den ca. 350 staatlich anerkannten Ausbildungsberufen wurden in den letzten Jahren ca. 250 neu geordnet oder sind neu entstanden;
  • Die berufsbezogene Fortbildung erfordert oft umfangreiche Kooperation mit Betrieben, Fachhochschulen und Universitäten („Duales Studium“).
  • An der BBS befindet sich ein hoher Anteil an Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf
    (z. B. Geflüchtete ohne deutsche Sprachkenntnisse, Inklusionsschüler).
  • Die IT-Fortbildung kann nicht auf Lehrkräfte beschränkt werden, die im IT-Unterricht eingesetzt sind. Die übrigen Fachlehrkräfte müssen sich ebenfalls entsprechende Kompetenzen in der IT-Anwendungen aneignen, da diese auf breiter Front in den Unterricht in fast allen Fächern einbezogen werden sollen.

Auch außerhalb des PL-Fortbildungsinstitutes werden Fortbildungen angeboten und durchgeführt, etwa in Zusammenarbeit mit Betrieben oder Hochschulen. Auch für diese, in Eigenregie organisierten Fortbildungen, müssen die Mittel erheblich ausgeweitet werden, etwa im Zusammenhang mit dem Programm für die Selbständigkeit von Schulen („EQuL“).