13.02.2019

VLW fordert Landesregierung zum Handeln auf: Attraktivität des BBS-Lehramtes muss dringend gesteigert werden

Presseerklärung des VLW

Der VLW fordert die Landesregierung auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, welche die Attraktivität des Lehramtes an Berufsbildenden Schulen erhöhen. Andernfalls drohe ein Mangel an Lehrkräften mit beruflichen Fächern, was zur Folge hätte, dass die von der Wirtschaft händeringend gesuchten und benötigten Fachkräfte nicht mehr ausreichend qualifiziert werden könnten.

Der VLW-Landesvorsitzende Karl-Heinz Fuß führt dazu aus: „Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass es viel zu wenig Bewerber für das Lehramt an BBSn gibt, insbesondere solche, die ein berufliches Fach studiert haben. Vielfach entscheiden sich die Studenten nach ihrem Abschluss für ein Angebot aus der freien Wirtschaft. Insbesondere im Studiengang Wirtschaftspädagogik ist dieses Phänomen – leider – sehr häufig zu beobachten.“ Die Angebote aus der freien Wirtschaft, führt Fuß weiter aus, seien häufig lukrativer als der Schuldienst, zumal dort erst noch ein Vorbereitungsdienst (Referendariat) absolviert werden muss. „Dabei ist weniger der Vorbereitungsdienst als solcher das Problem“, erläutert Fuß, „sondern die dürftige Bezahlung während dieser Zeit. Gerade Interessenten für das Lehramt an BBS haben häufig bereits eine Familie zu ernähren. Das ist mit den Almosen während des Referendariats nicht zu stemmen.“

Die Warnungen des VLW vor einem Mangel an Handelslehrern stießen bei der Landesregierung regelmäßig auf taube Ohren. Dort ging man lange Zeit von einem Überhang aus. Inzwischen sah man sich im Bildungsministerium gezwungen, den Quereinstieg für das Fach „Wirtschaft“ zu öffnen. Besonders pikant ist in diesem Zusammenhang, dass gerade diese so dringend benötigten Quereinsteiger, die oftmals über für BBSn unschätzbar wertvolle praktische Erfahrungen verfügen, ebenfalls mit den Anwärterbezügen abgespeist werden.

Der VLW fordert deshalb die Landesregierung auf, die Anwärterbezüge für das Lehramt an BBS, zumindest für Bewerber mit beruflichen Fächern, spürbar zu erhöhen. Darüber hinaus muss Schluss sein mit immer weiteren Belastungen, wie sie die geplante neue Dienstordnung vorsieht. Die angekündigte Erhöhung der Bezüge für Beamte in Rheinland-Pfalz um zwei Mal zwei Prozent in den kommenden beiden Jahren und die zugesagte Übernahme des vor zwei Wochen ausgehandelten Tarifabschlusses sind Schritte in die richtige Richtung. Um im Wettbewerb mit anderen Bundesländern und der Wirtschaft bestehen zu können, muss dieser Weg allerdings konsequent weitergegangen werden.

„Die Forderungen unseres Verbandes werden auf eindrucksvolle Weise durch die von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichte Studie des Bildungsforschers Prof. Dr. Klaus Klemm bestätigt“, erläutert Karl-Heinz Fuß und fährt fort: „Der Studie zufolge übersteigt der Bedarf an jährlich einzustellenden Berufsschullehrern die zu erwartende Zahl der Absolventen deutlich. Ursächlich dafür ist neben der hohen Anzahl an Pensionierungen bis zum Jahr 2035, dass sich viel zu wenig junge Menschen für ein Studium des Lehramtes an Berufsbildenden Schulen entscheiden.“


„Zur Attraktivität des BBS-Lehramtes gehören auch realistische Aufstiegsperspektiven. Deshalb fordern wir die Wiedereinführung der Regelbeförderung nach A 14 für Lehrkräfte an BBSn“, unterstreicht Karl-Heinz Fuß und fährt fort: „Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Sorge des Dienstherrn um die Lehrergesundheit. Die Studie von Prof. Klemm weist völlig zurecht darauf hin, dass viel zu viele Lehrkräfte vorzeitig in den Ruhestand eintreten und zeigt gleichzeitig eine Lösungsmöglichkeit auf: Die Ausweitung und Erhöhung der Altersermäßigung, die wir ebenfalls seit Langem fordern.“